Fahren und Bedienung139
Bremsunterstützung des Motors
Automatikbetrieb
Beim Bergabfahren schaltet das au‐
tomatisierte Schaltgetriebe erst in
einen höheren Gang, wenn eine rela‐ tiv hohe Motordrehzahl erreicht ist.
Beim Bremsen wird rechtzeitig zu‐
rückgeschaltet.
Manuell-Modus
Um die Motorbremswirkung zu nut‐ zen, bei Bergabfahrt rechtzeitig einen
niedrigeren Gang wählen.
Herausschaukeln
Herausschaukeln ist nur zulässig,
wenn das Fahrzeug in Sand,
Schlamm oder Schnee steckt. Wähl‐
hebel wiederholt zwischen R und A
hin- und herbewegen. Motor nicht
hochdrehen und ruckartiges Gas ge‐
ben vermeiden.
Fahrzeug abstellenDie Parkbremse anziehen. Der zu‐letzt eingelegte Gang (siehe Ge‐
triebe-Display) bleibt eingelegt. Bei
N ist kein Gang eingelegt.Nach Ausschalten der Zündung re‐
agiert das Getriebe nicht mehr auf
Wählhebelbewegungen.
Manuell-Modus
Wird ein höherer Gang bei zu gerin‐
ger Motordrehzahl bzw. ein niedri‐ gerer Gang bei zu hoher Drehzahl ge‐ wählt, wird nicht geschaltet. Dadurch
werden zu niedrige bzw. zu hohe Mo‐
tordrehzahlen vermieden.
Bei zu niedriger Motordrehzahl schal‐
tet das Getriebe automatisch in einen niedrigeren Gang.
Bei zu hoher Motordrehzahl schaltet
das Getriebe nur bei Kickdown in
einen höheren Gang.
Das Getriebe wechselt in den Manu‐
ell-Modus und schaltet entsprechend,
wenn im Automatik-Modus + oder -
gewählt wird.Elektronisch gesteuerte
Fahrprogramme ■ Das Betriebstemperaturprogramm bringt den Katalysator nach einem
Kaltstart durch erhöhte Motordreh‐
zahl schnell auf die erforderliche
Temperatur.
■ Adaptivprogramme passen das Schalten in andere Gänge den
Fahrbedingungen an, z. B. bei
hoher Zuladung oder an Steigun‐
gen.
■ Bei eingeschaltetem Sport-Modus werden die Schaltzeiten verkürzt
und das Schalten erfolgt bei
höheren Motordrehzahlen (außer
bei eingeschaltetem Geschwindig‐
keitsregler). Sport-Modus 3 144.
Fahren und Bedienung141
Muss das Fahrzeug aus dem fließen‐
den Verkehr entfernt werden, wie
folgt auskuppeln:
1. Parkbremse anziehen, Zündung ausschalten.
2. Motorhaube öffnen 3 159.
3. Getriebe im Bereich des Ver‐ schlussdeckels säubern, damit
nach Abnehmen des Verschluss‐
deckels kein Schmutz in die Öff‐
nung gelangen kann.
4. Verschlussdeckel durch Drehen lösen und nach oben herauszie‐
hen.
5. Mit Schlitzschraubendreher die unter dem Verschlussdeckel be‐
findliche Stellschraube rechts he‐
rumdrehen, bis ein deutlicher Wi‐
derstand spürbar ist. Die Kupp‐
lung ist nun gelöst.
6. Gereinigten Verschlussdeckel wieder anbringen. Der Ver‐
schlussdeckel muss vollen Kon‐
takt zum Gehäuse haben.Achtung
Nicht über diesen Druckpunkt
hinaus weiterdrehen, das Ge‐
triebe kann beschädigt werden.
Achtung
Wenn auf diese Weise ausgekup‐
pelt wurde, ist das Abschleppen
des Fahrzeugs und Starten des
Motors nicht erlaubt, das Fahr‐
zeug kann jedoch über eine kurze Strecke bewegt werden.
Umgehend Hilfe einer Werkstatt in
Anspruch nehmen.
Bremsen
Das Bremssystem hat zwei voneinan‐
der unabhängige Bremskreise.
Wenn ein Bremskreis ausfällt, kann
das Fahrzeug immer noch mit dem
anderen Bremskreis gebremst wer‐
den. Bremswirkung ist jedoch nur ge‐ geben, wenn das Bremspedal fest
durchgetreten wird. Dafür ist wesent‐
lich mehr Krafteinsatz erforderlich.
Der Bremsweg verlängert sich. Vor
der Weiterfahrt Hilfe einer Werkstatt
in Anspruch nehmen.
Bei abgestelltem Motor endet die Un‐ terstützung durch den Bremskraftver‐stärker, sobald das Bremspedal ein‐
mal oder zweimal betätigt wurde. Die
Bremswirkung ist nicht beeinträchtigt, der Bremsvorgang erfordert jedoch
deutlich mehr Krafteinsatz. Dies
muss vor allem beim Abschleppen
beachtet werden.
Kontrollleuchte R 3 91.
142Fahren und BedienungAntiblockiersystem
Das Antiblockiersystem (ABS) ver‐
hindert, dass die Räder blockieren.
Sobald ein Rad zum Blockieren neigt, regelt das ABS den Bremsdruck des
entsprechenden Rades. So bleibt das
Fahrzeug auch bei Vollbremsungen
lenkbar.
Die ABS-Regelung macht sich durch Pulsieren des Bremspedals und einRegelgeräusch bemerkbar.
Um eine optimale Bremswirkung zu
erreichen, Bremspedal während des
gesamten Bremsvorgangs trotz des
pulsierenden Pedals voll durchtreten. Druck auf das Pedal nicht vermin‐
dern.
Nach dem Anlassen führt das System
möglicherweise hörbar einen Selbst‐
test durch.
Kontrollleuchte u 3 91.
Adaptives Bremslicht
Bei einer Vollbremsung blinken alle
drei Bremsleuchten für die Dauer der ABS-Regelung.Störung9 Warnung
Liegt eine Störung im ABS vor,
können die Räder bei starkem
Bremsen zum Blockieren neigen.
Die Vorteile des ABS bestehen
nicht mehr. Das Fahrzeug ist bei
Vollbremsungen nicht mehr lenk‐
bar und kann ausbrechen.
Störungsursache umgehend von
einer Werkstatt beheben lassen.
Parkbremse
Die Parkbremse ohne Betätigung des
Entriegelungsknopfes immer fest an‐
ziehen, im Gefälle oder an einer Stei‐ gung so fest wie möglich.
Zum Lösen der Parkbremse Hebel et‐ was anheben, Entriegelungsknopf
drücken, Hebel ganz senken.
Um die Betätigungskräfte der Park‐
bremse zu verringern, gleichzeitig
Fußbremse betätigen.
Kontrollleuchte R 3 91.
Bremsassistent Bei schnellem, kräftigem Niedertre‐
ten des Bremspedals wird automa‐
tisch mit maximaler Bremskraft (Voll‐
bremsung) gebremst.
Während der gesamten Vollbrem‐
sung gleichmäßig starken Druck auf
das Bremspedal ausüben. Die maxi‐
male Bremskraft verringert sich auto‐
matisch, sobald das Bremspedal frei‐ gegeben wird.
144Fahren und Bedienung
Taste SPORT für etwa 4 Sekunden
gedrückt halten. Kontrollleuchte v
leuchtet. ESPoff wird ebenfalls in der
Serviceanzeige angezeigt.9 Warnung
Bei drucklosem Reifen mit Not‐
laufeigenschaften ESP® Plus
nicht
ausschalten.
Durch erneutes Drücken der Taste
SPORT wird das ESP® Plus
wieder
eingeschaltet. In der Serviceanzeige
erscheint ESPon. Auch beim nächs‐
ten Einschalten der Zündung ist
ESP® Plus
wieder eingeschaltet.
Sport-Modus 3 144.
Interaktives dynamisches
Fahrsystem Das Interaktive Dynamische Fahrsys‐
tem (IDS Plus
) vernetzt das elektroni‐
sche Stabilitätsprogramm
(ESP® Plus
), das Antiblockiersystem
(ABS) und die elektronische Dämp‐
ferregelung (CDC) zur Verbesserung
der Fahrdynamik und Fahrsicherheit.
Sport-Modus
Dämpfung und Lenkung sind direkter
und liefern besseren Kontakt zur
Fahrbahn. Der Motor reagiert rascher auf Gaspedalbewegungen.
Auch die Schaltautomatik reagiert dy‐ namischer.
Kontrollleuchte IDSPlus
3 93.Einschalten
Taste SPORT drücken.
Kontrollleuchte 1 3 92.
Winterprogramm kann nicht aktiviert
werden.
Ausschalten
Taste SPORT nochmals kurz
drücken. Beim nächsten Einschalten der Zündung oder des Winterpro‐
gramms wird der Sport-Modus aus‐
geschaltet.
Fahren und Bedienung147
Die Einparkhilfe erleichtert das Ein‐
parken durch Messen des Abstands
zwischen Fahrzeug und Hindernis‐ sen. Dennoch trägt der Fahrer beim
Einparken die volle Verantwortung.
Das System besteht aus je vier Ultra‐ schall-Parksensoren im vorderen und hinteren Stoßfänger.
Kontrollleuchte r 3 92.
Hinweis
Im Sensorbereich angebrachte Teile
verursachen Funktionsstörungen.
EinschaltenBei Einlegen des Rückwärtsgangs
schaltet sich das System automatisch ein.
Das System kann bei niedriger Ge‐
schwindigkeit auch durch Drücken
der Taste r aktiviert werden.
Wird ein Hindernis erkannt, ertönt ein akustisches Signal. Das Intervall zwi‐ schen den Signaltönen wird kürzer, je
weiter sich das Fahrzeug dem Hin‐
dernis nähert. Bei einem Abstand von weniger als 30 cm wird ein Dauerton
ausgegeben.9 Warnung
Unterschiedlich reflektierende
Oberflächen von Gegenständen
oder Kleidung sowie externe
Schallquellen können unter be‐
sonderen Umständen zur Nicht‐
erkennung von Hindernissen
durch das System führen.
Ausschalten
Soll das System ausgeschaltet wer‐
den, Taste r drücken.
Das System schaltet sich automa‐
tisch aus, wenn das Fahrzeug eine
bestimmte Geschwindigkeit über‐
schreitet.
Zugvorrichtung
Das System erkennt automatisch
eine werkseitig montierte Anhänger‐
zugvorrichtung.
Bei Anhängerbetrieb sind die hinteren Parksensoren deaktiviert.
Fahren und Bedienung149Kraftstoffe für
Erdgasbetrieb
Erdgas mit einem Methangehalt von
ca. 78 - 99 % verwenden. L-Gas
(Low) mit ca. 78 - 87 % und H-Gas
(High) mit ca. 87 - 99 %. Es kann auch Biogas mit dem gleichen Methange‐
halt verwendet werden, wenn es che‐
misch aufbereitet und entschwefelt
wurde.
Nur Erdgas oder Biogas gemäß
DIN 51624 verwenden.
Flüssiggas bzw. Autogas (LPG) darf
nicht verwendet werden.Tanken9 Gefahr
Vor dem Tanken Motor und
Fremdheizungen mit Brennkam‐
mern (erkennbar am Aufkleber an
der Tankklappe) abstellen. Mobil‐
telefone ausschalten.
Beim Tanken die Bedienungs- und Sicherheitsvorschriften der Tank‐
stelle beachten.
9 Gefahr
Kraftstoff ist brennbar und explo‐
siv. Nicht rauchen. Kein offenes
Feuer oder Funken.
Tritt im Fahrzeug Kraftstoffgeruch
auf, Ursache sofort von einer
Werkstatt beheben lassen.
Achtung
Bei falscher Betankung nicht die
Zündung einschalten.
Die Tankklappe befindet sich an der
rechten Fahrzeugseite.
Die Tankklappe lässt sich nur bei ent‐ riegeltem Fahrzeug öffnen. Die
Klappe an der Aussparung ziehen und öffnen.
Zum Öffnen den Deckel langsam
nach links drehen.
150Fahren und Bedienung
Der Tankdeckel kann in die Halterungauf der Tankklappe eingehängt wer‐den.
Zum Tanken die Zapfpistole bis zum
Anschlag in die Tanköffnung einfüh‐
ren und betätigen.
Nach dem automatischen Abschalten
können noch maximal zwei Portionen
Kraftstoff hinzugefügt werden.
Achtung
Übergelaufenen Kraftstoff sofort abwischen.
Zum Schließen den Tankdeckel nach rechts drehen, bis er einrastet.
Klappe schließen und einrasten las‐
sen.
Erdgas tanken
Beim Tanken von Erdgas Schutz‐
kappe des Einfüllstutzens abziehen.
9 Warnung
Nur mit einem Austrittsdruck von
höchstens 250 bar tanken. Nur
Tankstellen verwenden, die eine
temperaturkompensierte Betan‐
kung gewährleisten.
Erdgasbetankung vollständig ab‐
schließen, d.h. Einfüllstutzen entlüf‐
ten. Schutzkappe aufstecken.
Die Kapazität des Erdgastanks ist ab‐
hängig von Außentemperatur, Füll‐
druck und Typ der Tankanlage.
Begriffe für „Erdgasfahrzeuge“ im
Ausland:
DeutschErdgasfahrzeugeEnglischNGVs = Natural Gas
VehiclesFranzösischVéhicules au gaz
naturel – or – Véhicules GNVItalienischMetano auto
Begriffe für „Erdgas“ im Ausland:
152Fahren und BedienungAnhängerzugvorrich‐
tung
Allgemeine Informationen Nur eine für das Fahrzeug zugelas‐sene Anhängerzugvorrichtung ver‐
wenden. Den nachträglichen Einbau
von einer Werkstatt durchführen las‐
sen. Gegebenenfalls müssen Ände‐
rungen am Fahrzeug, die die Küh‐
lung, Hitzeschutzschilde oder andere Aggregate betreffen, durchgeführt
werden.
Bei Montage einer Anhängerzugvor‐
richtung kann die Öffnung der Ab‐
schleppöse verdeckt werden. Wenn
dies der Fall ist, die Kugelstange zum Abschleppen verwenden. Die Kugel‐
stange immer im Fahrzeug mitführen.
Einbaumaße einer werkseitig mon‐
tierten Anhängerzugvorrichtung
3 217.Fahrverhalten,
Fahrhinweise Vor Montage eines Anhängers die
Kugel der Anhängerkupplung
schmieren. Nicht jedoch, wenn zur
Verringerung der Pendelbewegung
des Anhängers ein Stabilisator ver‐
wendet wird, der auf den Kugelkopf
wirkt.
Für Anhänger mit geringerer Fahrsta‐
bilität sowie für Anhänger mit einem
zulässigen Gesamtgewicht von über
1300 kg darf die Geschwindigkeit von
80 km/h nicht überschritten werden;
die Verwendung eines Stabilisators
wird empfohlen.
Sollte der Anhänger zu schlingern be‐ ginnen, langsamer fahren, nicht
gegenlenken, notfalls scharf brem‐
sen.
Bei Bergabfahrt gleichen Gang einle‐
gen wie bei entsprechender Bergauf‐ fahrt und etwa gleiche Geschwindig‐
keit fahren.
Reifendruck auf den Wert für die volle
Zuladung einstellen 3 215.Anhängerbetrieb
Anhängelast Die zulässigen Anhängelasten sind
fahrzeug- und motorabhängige
Höchstwerte und dürfen nicht über‐
schritten werden. Die tatsächliche
Anhängelast ist die Differenz zwi‐
schen dem tatsächlichen Gesamtge‐
wicht des Anhängers und der tatsäch‐ lichen Stützlast mit Anhänger.
Die zulässige Anhängelast ist in den
Fahrzeugpapieren spezifiziert. Die‐
ser Wert gilt in der Regel für Steigun‐
gen bis max. 12 %
Die zulässige Anhängelast gilt bis zur
angegebenen Steigung und bis zu
einer Höhe von 1000 Metern über
dem Meeresspiegel. Da sich die Mo‐
torleistung wegen der dünner wer‐
denden Luft bei zunehmender Höhe
verringert und sich dadurch die Steig‐ fähigkeit verschlechtert, sinkt auch
das zulässige Zuggesamtgewicht pro
1000 Meter zusätzlicher Höhe um