
192
Fahren
Bremsen, anhalten und parken
Einleitung Die bremsunterstützenden Systeme
sind d as Antiblockiersystem (ABS), der
Bremsassistent (BAS), die elektronische Differenzialsperre (EDS), die An-
triebsschlupfregelung ASR (TCS) und das elektronische Stabilisierungspro-
gramm ESC (ESP).
Ergänzende Informationen und Warnhinweise:
● Anhängerbetrieb ⇒ Seite 242
● Anfahrassistenzsysteme ⇒ Seite 203
● Räder und Reifen ⇒ Seite 305
● Zubehör, Teileersatz, Reparaturen und Änderungen ⇒ Seite 266ACHTUNG
Das Fahren mit abgenutzten Bremsbelägen oder einer gestörten Brems-
anlage kann Unfälle und schwere Verletzungen verursachen.
● Wenn einzeln oder zusammen mit einer Textmeldung im Display
de s
Kombiinstruments aufleuchtet, sofort einen Fachbetrieb aussuchen
und Bremsbeläge prüfen und abgenutzte Bremsbeläge erneuern lassen. ACHTUNG
Ein unsachgemäßes Parken kann schwere Verletzungen verursachen.
● Niemals den Fahrzeugschlüssel aus dem Zündschloss ziehen, solan-
ge das Fahrzeug in Bewegung ist. Die Lenkungssperre kann einrasten
und das Fahrzeug kann nicht mehr gelenkt oder kontrolliert werden. ACHTUNG (Fortsetzung)
● Niemals das Fahrzeug so abstellen, dass Teile der Abgasanlage mit
leicht entflammbaren Materialien unter dem Fahrzeug in Berührung kom-
men, z. B. Unterholz, Laub, trockenes Gras, verschütteter Kraftstoff usw.
● Immer die elektronische Parkbremse einschalten, wenn das Fahrzeug
abgestellt oder geparkt wird.
● Niemals Kinder oder hilfsbedürftige Personen im Fahrzeug zurücklas-
sen. Sie könnten die elektronische Parkbremse lösen, den Wählhebel
oder Schalthebel betätigen und so das Fahrzeug in Bewegung setzen.
Das kann Unfälle und schwere Verletzungen verursachen.
● Nehmen Sie bei jedem Verlassen des Fahrzeugs stets alle Fahrzeug-
schlüssel mit. Der Motor kann gestartet und elektrische Ausstattungen
wie die Fensterheber bedient werden, was zu schweren Verletzungen füh-
ren kann.
● Niemals Kinder oder hilfsbedürftige Personen allein im Fahrzeug zu-
rücklassen. Diese sind in einem Notfall nicht in der Lage, das Fahrzeug
selbstständig zu verlassen oder sich selbst zu helfen. So können bei-
spielsweise je nach Jahreszeit in einem geschlossenen Fahrzeug sehr ho-
he oder niedrige Temperaturen entstehen, die vor allem bei Kleinkindern
ernsthafte Verletzungen und Erkrankungen hervorrufen oder zum Tode
führen können. VORSICHT
● Parkplätze mit hochstehenden Bordsteineinfassungen oder festen Be-
grenzungen immer vorsichtig befahren. Diese aus dem Boden ragenden Ge-
genstände können beim Ein- und Ausparken den Stoßfänger und andere
Fahrzeugteile beschädigen. Um Schäden zu vermeiden, anhalten bevor die
Räder die Begrenzungen oder Bordsteine berühren.
● Vorsichtig über Grundstückseinfahrten, Rampen, Bordsteine und andere
Gegenstände fahren. Tief liegende Fahrzeugteile wie Stoßfänger, Spoiler
und Teile des Fahrwerks, Motors oder der Abgasanlage können beim Über-
fahren beschädigt werden.

193
Fahren
Warn- und Kontrollleuchten leuchtet mögliche Ursache ⇒ Abhilfe
(rot) Zusammen mit Kontrollleuch-
te
in der Taste: Elektroni-
sche Parkbremse eingeschal-
tet. ⇒ Seite 194
Bremsanlage gestört.
Halten Sie an!
F ac
hmännische Hilfe in An-
spruch nehmen! ⇒ Seite 197. Bremsflüssigkeitsstand zu
niedrig.
Nicht weiterfahren!
Br emsflüs
sigkeitsstand prüfen
⇒ Seite 201. Zusammen mit ABS-Kontroll-
leuchte : ABS ausgefallen. Fachbetrieb aufsuchen. Das
Fahrzeug kann ohne ABS ge-
bremst werden.
(rot) Bremspedal nicht getreten! Bremspedal ganz durchtreten.
(gelb) Vordere Bremsbeläge ver-
schlissen. Sofort einen Fachbetrieb aufsu-
chen. Alle
Bremsbeläge prüfen
u
nd ggf. ersetzen lassen. (gelb) ESC (ESP) systembedingt ab-
geschaltet. Zündung aus- und einschalten.
Gegebenenfalls eine kurze Weg-
strecke fahren.
ESC (ESP) gestört. Fachbetrieb aufsuchen.
Zusammen mit ABS-Kontroll-
leuchte : ABS gestört. Fachbetrieb aufsuchen. Das
Fahrzeug kann ohne ABS ge-
bremst werden.
Fahrzeugbatterie wurde wie-
der angeklemmt.
⇒ Seite 300
(gelb) ASR (TCS) manuell ausge-
schaltet. ASR (TCS) einschalten
⇒ Seite 200. Automatisches
Ein
s
chalten der ASR (TCS) durch
Ein- und Ausschalten der Zün-
dung. leuchtet mögliche Ursache ⇒ Abhilfe
(gelb) Zusammen mit ESC (ESP)-
Kontrollleuchte
: ABS ge-
stört. Fachbetrieb aufsuchen. Das
Fahrzeug kann ohne ABS ge-
bremst werden.
Zusammen mit Warnleuch-
te oder
: ABS ausgefal-
l
en.
(gelb) Zusammen mit blinkender
Warnleuchte : Elektroni-
s
c
he Parkbremse gestört. Fachbetrieb aufsuchen.
(grün) Bremspedal nicht getreten. Zum Einlegen einer Fahrstufe
Bremspedal treten.
Zum Lösen der elektronischen
Parkbremse Bremspedal treten
⇒ Seite 194.
blinkt mögliche Ursache ⇒ Abhilfe
(rot) Elektronische Parkbremse
gestört. Gleichzeitig kann die
Kontrollleuchte
leuchten
oder die Kontrollleuchte in
der Taste blinken. Fachbetrieb aufsuchen, weil das
Fahrzeug möglicherweise nicht
sicher geparkt werden kann.
(gelb) ESC (ESP) oder ASR (TCS)
greift regelnd ein. Fuß vom Gas nehmen. Fahrwei-
se den Fahrbahnverhältnissen
anpassen.
Beim Einschalten der Zündung leuchten einige Warn- und Kontrollleuchten
zur Funktionsprüfung kurz auf. Sie erlöschen nach wenigen Sekunden.
Sicher ist sicher Bedienungshinweise Rat und Tat Technische Daten

198
Fahren VORSICHT
● Niemals die Bremsen durch leichten Pedaldruck „schleifen“ lassen,
wenn nicht wirklich gebremst werden muss. Andauernder Druck auf dem
Bremspedal führt zu einer Überhitzung der Bremsen. Das kann erheblich
die Bremsleistung verringern, den Bremsweg erheblich verlängern und un-
ter Umständen zum Totalausfall der Bremsanlage führen.
● Vor dem Befahren einer längeren Strecke mit starkem Gefälle Geschwin-
digkeit verringern, in einen niedrigeren Gang schalten bzw. eine niedrigere
Fahrstufe wählen. Dadurch wird die Bremswirkung des Motors ausgenutzt
und die Bremse entlastet. Andernfalls könnte die Bremse überhitzen und
möglicherweise ausfallen. Bremsen nur benutzen, wenn man sie zum Ver-
langsamen oder zum Anhalten braucht. Hinweis
Wenn die vorderen Bremsbeläge überprüft werden, sollten auch die hint-
eren Bremsbeläge gleichzeitig mit geprüft werden. Die Dicke aller Bremsbe-
läge ist regelmäßig visuell zu prüfen, indem die Bremsbeläge durch die Öff-
nungen der Felgen oder von der Unterseite des Fahrzeugs überprüft werden.
Wenn nötig, die Räder abmontieren, um eine gründliche Untersuchung
durchführen zu können. SEAT empfiehlt dafür einen SEAT-Betrieb.
Bremsunterstützende Systeme Die bremsunterstützenden Systeme ESC (ESP), ABS, BAS, ASR (TCS) und
EDS arbeiten nur bei laufendem Motor und tragen wesentlich zur aktiven
Fahrsicherheit bei.
Elektronisches Stabilisierungsprogramm ESC (ESP)
Das ESC (ESP) hilft das Risiko einer Schleudergefahr zu reduzieren und die
Fahrstabilität durch das Abbremsen einzelner Räder in bestimmten Fahrsitu-
ationen zu verbessern. Fahrdynamische Grenzsituationen wie z. B. Über-
steuern und Untersteuern des Fahrzeugs oder Durchdrehen der Antriebsr-
äder werden vom ESC (ESP) erkannt. Durch gezielte Bremseingriffe oder ei- ne Reduzierung des Motordrehmoments unterstützt das System das Fahr-
zeug zu stabilisieren.
ESC (ESP) hat Grenzen. Es ist wichtig zu wissen, dass ESC (ESP) nicht die
physikalischen Gesetze außer Kraft setzen kann. ESC (ESP) wird nicht in al-
len Situationen helfen können, mit denen der Fahrer konfrontiert wird. Bei-
spielsweise wird ESC (ESP) nicht jedes Mal unterstützen können, wenn ein
plötzlicher Wechsel der Fahrbahnbeschaffenheit stattfindet. Wenn ein Ab-
schnitt einer trockenen Straße plötzlich mit Wasser, Matsch oder Schnee be-
deckt ist, kann ESC (ESP) nicht auf die gleiche Art und Weise unterstützen
wie auf einer trockenen Straße. Wenn das Fahrzeug „aufschwimmt“ (fahren
auf einen Wasserfilm statt auf dem Fahrbahnbelag), ist ESC (ESP) nicht in
der Lage dem Fahrer beim Lenken des Fahrzeugs zu helfen, weil der Kontakt
zum Fahrbahnbelag unterbrochen ist und das Fahrzeug dadurch nicht
brems- und lenkbar ist. Wenn auf kurvigen Strecken Kurven mit hoher Ge-
schwindigkeit durchfahren werden, reagiert das ESC (ESP) nicht immer mit
der selben Wirksamkeit: eine aggressive Fahrweise ist nicht mit einer Fahr-
weise mit geringerer Geschwindigkeit vergleichbar. Beim Anhängerbetrieb
ist ESC (ESP) nicht in der Lage den Fahrer dabei zu unterstützen, die Kontrol-
le über sein Fahrzeug wiederzuerlangen, als wenn kein Anhänger gezogen
wird.
Immer die Geschwindigkeit und den Fahrstil den Wetter-, Fahrbahn- und
Verkehrsverhältnissen anpassen. ESC (ESP) kann nicht die physikalischen
Grenzen außer Kraft setzen, die verfügbare Kraftübertragung verbessern
oder das Fahrzeug auf der Fahrbahn halten, wenn das Abkommen von der
Straße durch die Unachtsamkeit des Fahrers verursacht wurde. Stattdessen
verbessert ESC (ESP) die Möglichkeit das Fahrzeug unter Kontrolle zu be-
kommen und es unterstützt in extremen Fahrsituationen auf der Straße
durch Ausnutzen der Lenkbewegung des Fahrers, dass das Fahrzeug in die
beabsichtigte Richtung weiterfährt. Wenn mit einer Geschwindigkeit gefah-
ren wird, die das Fahrzeug von der Straße abbringt, bevor ESC (ESP) irgend-
eine Unterstützung geben kann, wird das System keine Unterstützung er-
möglichen können.
In das ESC (ESP) sind die Systeme ABS, BAS, ASR (TCS) und EDS integriert.
Das ESC (ESP) ist immer eingeschaltet. Wenn in einigen Fahrsituationen
kein ausreichender Vortrieb mehr erreicht wird, kann das ESC (ESP) durch

199
Fahren
Drücken der ASR (TCS)-Taste ausgeschaltet werden ⇒ Abb. 136. Darauf ach-
ten, dass das ASR (TCS) immer wieder eingeschaltet wird, wenn der Vortrieb
wieder vorhanden ist.
Antiblockiersystem (ABS)
Das ABS kann ein Blockieren der Räder beim Bremsen bis kurz vor Fahr-
zeugstillstand verhindern und unterstützt den Fahrer das Fahrzeug zu len-
ken und die Kontrolle zu behalten. Das bedeutet, dass das Fahrzeug auch
bei einer Vollbremsung weniger dazu neigt zu schleudern:
● Das Bremspedal kräftig treten und halten. Den Fuß nicht vom Bremspe-
dal nehmen oder die Kraft auf das Bremspedal reduzieren!
● Nicht das Bremspedal „pumpen“ oder den Druck auf das Bremspedal
verringern!
● Fahrzeug lenken, während das Bremspedal kräftig getreten wird.
● Beim Loslassen des Bremspedals oder beim Reduzieren der Kraft auf
das Bremspedal schaltet sich das ABS ab.
Der Regelvorgang des ABS macht sich durch eine pulsierende Bewegung
des Bremspedals sowie Geräusche bemerkbar. Es darf nicht erwartet wer-
den, dass das ABS unter allen Umständen den Bremsweg verkürzt. Der
Br emsw
eg kann auf Kies oder bei Neuschnee auf eisigem oder rutschigem
Untergrund sogar länger werden.
Bei losem Untergrund wird bei Vorwärtsfahrt automatisch ein speziell auf
Gelände abgestimmtes ABS aktiviert. Hierbei können die Vorderräder kurz-
zeitig blockieren. Damit wird im Gelände der Bremsweg verkürzt , weil sich
die Räder in den losen Untergrund eingraben. Diese Abstimmung steht nur
bei Geradeausfahrt zur Verfügung. Wenn die Vorderräder eingeschlagen
sind, ist das normale ABS in Funktion.
Bremsassistent (BAS)
Der Bremsassistent kann helfen, den Bremsweg zu reduzieren. Der Brems-
assistent verstärkt die Bremskraft, wenn der Fahrer in Notbremssituationen
das Bremspedal schnell tritt. In folge dessen wird sehr schnell der volle
Bremsdruck aufgebaut, die Bremskraft verstärkt und der Bremsweg ver-
kürzt. Dadurch wird das ABS schneller und effektiver aktiviert. Nicht
den Druck auf das Bremspedal verringern! Beim Loslassen des Brems-
pedals oder beim Reduzieren der Kraft auf das Bremspedal schaltet der
Bremsassistent die Bremskraftverstärkung von selbst aus.
Antriebsschlupfregelung ASR (TCS)
Die ASR (TCS) verringert die Antriebskraft des Motors bei durchdrehenden
Rädern und passt die Antriebskraft den Fahrbahnverhältnissen an. Durch
die ASR (TCS) wird selbst bei ungünstigen Fahrbahnverhältnissen das An-
fahren, Beschleunigen und Bergauffahren erleichtert.
Die ASR (TCS) kann manuell ein- oder ausgeschaltet werden ⇒ Seite 200.
Elektronische Differenzialsperre (EDS)
Die EDS steht bei normalen Geradeausfahrten zu Verfügung. EDS bremst ein
durchdrehendes Rad ab und überträgt die Antriebskraft auf die anderen An-
triebsräder. Damit die Scheibenbremse des abgebremsten Rads nicht über-
hitzt, schaltet sich die EDS bei ungewöhnlich starker Beanspruchung auto-
matisch aus. Sobald die Bremse abgekühlt ist, schaltet sich die EDS auto-
matisch wieder ein. ACHTUNG
Schnelles Fahren auf eisigen, rutschigen oder nassen Straßen kann zum
Verlust der Fahrzeugkontrolle und schwere Verletzungen des Fahrers und
der Mitfahrer führen.
● Geschwindigkeit und Fahrweise den Sicht-, Wetter-, Fahrbahn- und
Verkehrsverhältnissen anpassen. Das erhöhte Sicherheitsangebot durch
die bremsunterstützenden Systeme ABS, BAS, EDS, ASR (TCS) und ESC
(ESP) darf nicht dazu verleiten, ein Sicherheitsrisiko einzugehen.
● Bremsunterstützende Systeme können die physikalisch vorgegebe-
nen Grenzen nicht überwinden. Rutschige und nasse Straßen bleiben
auch mit ESC (ESP) und den anderen Systemen sehr gefährlich. Sicher ist sicher Bedienungshinweise Rat und Tat Technische Daten

200
Fahren ACHTUNG (Fortsetzung)
● Zu schnelles Fahren auf nassen Fahrbahnen kann dazu führen, dass
die Räder den Kontakt zur Fahrbahn verlieren und „aufschwimmen“. Ein
Fahrzeug kann nicht gebremst, gelenkt und kontrolliert werden, wenn es
den Kontakt zur Fahrbahn verloren hat.
● Bremsunterstützende Systeme können einen Unfall nicht verhindern,
wenn bspw. zu dicht aufgefahren oder zu schnell für die jeweiligen Fahr-
situation gefahren wird.
● Obwohl die bremsunterstützenden Systeme sehr wirksam sind und in
schwierigen Fahrsituationen helfen das Fahrzeug zu kontrollieren, immer
bedenken, dass die Fahrstabilität von der Haftung der Reifen abhängt.
● Beim Beschleunigen auf glatter Fahrbahn, bspw. auf Eis oder Schnee,
vorsichtig Gas geben. Auch mit bremsunterstützenden Systemen können
Räder durchdrehen, was zum Verlust der Fahrzeugkontrolle führen kann. ACHTUNG
Die Wirksamkeit von ESC (ESP) kann maßgeblich reduziert sein, wenn an-
dere Komponenten und Systeme, die die Fahrdynamik betreffen nicht
ordnungsgemäß gewartet wurden oder funktionsfähig sind. Dies bezieht
sich auch, aber nicht nur auf die Bremsen, Reifen und andere zuvor ge-
nannte Systeme.
● Immer daran denken, dass Umbauten und Veränderungen am Fahr-
zeug sich auf Funktion von ABS, BAS, ASL EDL und ESC (ESP) auswirken
können.
● Änderungen an der Federung des Fahrzeugs oder der Einsatz von
nicht freigegebenen Räder-Reifen-Kombinationen können sich auf die
Funktion von ABS, BAS, ASL EDL und ESC (ESP) auswirken und ihre Wirk-
samkeit reduzieren.
● Die Wirksamkeit von ESC (ESP) wird ebenso festgelegt durch einen
geeigneten Reifen ⇒ Seite 305. Hinweis
● Nur wenn alle vier Räder gleich bereift sind, kann das ESC (ESP) bzw. die
ASR (TCS) störungsfrei arbeiten. Unterschiedliche Abrollumfänge der Reifen
können zu einer unerwarteten Reduzierung der Motorleistung führen.
● Bei einer Störung des ABS fallen auch ESC (ESP), ASR (TCS) und EDS
aus.
● Bei Regelvorgängen der beschriebenen Systeme können Betriebsgeräu-
sche auftreten.
ASR (TCS) ein- und ausschalten Abb. 136 Ansicht der
Mittelkonsole: Taste zum
manuellen Aus- und Ein-
schalten der ASR (TCS)
(Fahrzeuge mit ESC
(ESP)).
Das elektronische Stabilisierungs-Programm ESC (ESP) arbeitet nur bei lau-
fendem Motor und beinhaltet ABS, EDS und ASR (TCS).
Die ASR (TCS) kann durch Drücken der Taste OFF ⇒ Abb. 136 bei laufen-
dem Mot or au
sgeschaltet werden. Nur in Situationen, in denen kein aus-
reichender Vortrieb erreicht wird, die ASR (TCS) ausschalten (u. a.):

207
Fahren
Parkdistanzkontrolle*
Einleitung Die Park-Distanz-Kontrolle unterstützt den Fahrer beim Rangieren und Ein-
parken. Nähert sich das Fahrzeug im vorderen oder hinteren Bereich einem
Hindernis, ertönt je nach Abstand ein höherer oder tieferer Intervallton. Je
kürzer der Abstand wird, desto kürzer werden die Intervalle. Wenn das Hin-
dernis sehr nahe ist, ertönt ein Dauerton.
Wenn beim Dauerton noch näher an das Hindernis gefahren wird, ist das
System nicht mehr in der Lage den Abstand zu messen.
Die Sensoren in den Stoßfängern senden und empfangen Ultraschallwellen.
Während der Laufzeit der Ultraschallwellen (Senden, Reflektieren von Hin-
dernissen und Empfangen) berechnet das System kontinuierlich den Ab-
stand zwischen Stoßfänger und Hindernis.
Ergänzende Informationen und Warnhinweise:
●
Parklenkassistent (Park Assist) ⇒ Seite 211
● Zubehör, Teileersatz, Reparaturen und Änderungen ⇒ Seite 266ACHTUNG
Die Parkdistanzkontrolle und das optische Parksystem kann die Aufmerk-
samkeit des Fahrers nicht ersetzen.
● Sensoren haben tote Bereiche, in denen Personen und Objekte nicht
erfasst werden können.
● Immer das Umfeld des Fahrzeugs beobachten, da Kleinkinder, Tiere
und Gegenstände von den Sensoren nicht in jedem Fall erkannt werden. ACHTUNG (Fortsetzung)
● Bestimmte Oberflächen von Gegenständen und Kleidung können die
Signale der Parkdistanzkontrollsensoren nicht reflektieren. Diese Gegen-
stände und Personen, die solche Kleidung tragen können nicht oder nur
fehlerhaft vom System erkannt werden.
● Externe Schallquellen können die Signale der Parkdistanzkontrollsen-
soren beeinflussen. Unter bestimmten Umständen können dabei keine
Personen und keine Gegenstände erkannt werden. VORSICHT
● Gegenstände wie z. B. Anhängerdeichseln, dünne Stangen, Zäune, Pfos-
ten, Bäume und offene oder sich öffnende Heckklappen werden unter Um-
ständen von den Sensoren nicht erfasst und können zu einer Beschädigung
des Fahrzeugs führen.
● Wenn die Parkdistanzkontrolle ein Hindernis bereits durch Warnungen
erkannt und gemeldet hat, können beim Annähern des Fahrzeugs beson-
ders niedrige oder hohe Hindernisse aus dem Messbereich der Parkdistanz-
kontrolle verschwinden und nicht mehr erkannt werden. Diese Objekte wer-
den somit auch nicht mehr gemeldet. Wenn die Warnung der Parkdistanz-
kontrolle ignoriert wird, kann es zu erheblichen Beschädigungen am Fahr-
zeug kommen.
● Die Sensoren im Stoßfänger können durch Stöße, z. B. beim Einparken,
verstellt oder beschädigt werden.
● Zur korrekten Funktion des Systems die Sensoren in den Stoßfängern
sauber, schnee- und eisfrei halten und nicht durch Aufkleber oder andere
Gegenstände abdecken.
● Bei der Reinigung der Sensoren mit einem Hochdruckreiniger oder
Dampfstrahler die Sensoren nur kurzzeitig direkt besprühen und immer ei-
nen Abstand größer als 10 cm (4 inch) einhalten. Hinweis
Geräuschquellen können zu Fehlmeldungen der Parkdistanzkontrolle füh-
ren, z. B. rauer Asphalt, Kopfsteinpflaster und Störschall anderer Fahrzeuge. Sicher ist sicher Bedienungshinweise Rat und Tat Technische Daten

212
Fahren
Parken hinter einem Lkw oder Motorrad. Daher während des Einparkvor-
gangs immer den Freiraum vor und hinter dem Fahrzeug beobachten und
ggf. rechtzeitig eingreifen.
● Zur korrekten Funktion des Systems die Sensoren in den Stoßfängern
sauber, schnee- und eisfrei halten und nicht abdecken.
● Die Sensoren im Stoßfänger können durch Stöße, z. B. beim Einparken,
verstellt oder beschädigt werden.
● Bei der Reinigung der Sensoren mit einem Hochdruckreiniger oder
Dampfstrahler die Sensoren nur kurzzeitig direkt besprühen und immer ei-
nen Abstand größer als 10 cm einhalten. Hinweis
Bei einer Störung des Systems an einen Fachbetrieb wenden. SEAT emp-
fiehlt dafür einen SEAT-Betrieb.
Mit dem Parklenkassistenten einparken Abb. 144 Ansicht der
Mittelkonsole: Taste zum
manuellen Einschalten
des Parklenkassistenten. Abb. 145 Parklücke erkannt: Zum Einparken Rückwärtsgang einlegen (Längs-
bzw. Querparken).
Vorbereitungen zum Einparken
● Die Antriebsschlupfregelung ASR (TCS) muss eingeschaltet sein ⇒ Sei-
te 192.
● Bei Parklücken parallel zur Fahrbahn: Taste bei einer Geschwindig-
keit bis etwa 50 km/h einmal drücken. In der Taste leuchtet eine Kontroll-
leuchte, wenn die Funktion eingeschaltet ist ⇒ Abb. 144.
● Bei P
arklücken quer zur Fahrbahn: Taste bei einer Geschwindigkeit
bis etwa 50 km/h zweimal drücken. In der Taste leuchtet eine Kontrollleuch-
t e, w
enn die Funktion eingeschaltet ist ⇒ Abb. 144.
● Ta
ste ggf. erneut drücken, um zwischen den Parkmodi zu wechseln.
● Blinker für die Straßenseite betätigen, auf der eine Parklücke erkannt
werden soll. Im Display des Kombiinstruments wird die entsprechende Fahr-
bahnseite angezeigt.

213
Fahren
Einparken
● Beim Einparken parallel zur Fahrbahn: Mit einer Geschwindigkeit bis
maximal 40 km/h und einem Abstand zwischen etwa 0,5 m bis 2 m an der
P ark
lücke vorbei fahren.
● Beim Einparken quer zur Fahrbahn: Mit einer Geschwindigkeit bis maxi-
mal 20 km/h und
einem Abstand zwischen etwa 0,5 m bis 2 m an der Park-
lücke vorbei fahren.
● Das beste Einparkergebnis erhält man, wenn man das Fahrzeug mög-
lichst parallel zu den parkenden Fahrzeugen beziehungsweise zum Fahr-
bahnrand anhält.
● Wenn eine geeignete Parklücke im Display des Kombiinstruments ange-
zeigt wird, anhalten und den Rückwärtsgang einlegen.
● Anweisungen im Display des Kombiinstruments folgen.
● Nach einer kurzen Stillstandszeit bei folgender Meldung Lenkrad loslas-
sen ⇒ : Lenkeingriff aktiv! Umfeld beachten.
● Umf el
d beobachten und vorsichtig Gas geben – maximal 7 km/h.
● Der Parklenkassistent übernimmt während des Ausparkvorgangs nur die
Lenkbewegung. Der Fahrer bedient Gas, Kupplung, Gangschaltung und
Bremse.
● D
en optischen Anweisungen und akustischen Warntönen des Parklen-
kassistenten folgen, bis der Einparkvorgang beendet ist.
● Der Parklenkassistent steuert das Fahrzeug so lange beim Vorwärts- und
Rückwärtsfahren, bis das Fahrzeug gerade in der Parklücke steht.
● Der Einparkvorgang ist beendet, wenn eine entsprechende Meldung im
Display des Kombiinstruments erscheint.
Vorzeitiges Beenden oder Abbruch des Einparkvorgangs
Der Parklenkassistent beendet den Einparkvorgang vorzeitig, wenn einer
der folgenden Fälle eintritt:
● Taste wird gedrückt.
● Die Geschwindigkeit beim Ausparken ist schneller als etwa 7 km/h.
● Der Fahrer greift in die Lenkung ein. ●
Der Einparkvorgang wurde nicht innerhalb von etwa sechs Minuten seit
Aktivierung des automatischen Lenkeingriffs abgeschlossen.
● Eine Schiebetür wird geöffnet. Zum Wiederaufnehmen Schiebetür schlie-
ßen und Taste erneut drücken.
● Es liegt eine Systemstörung vor (System vorübergehend nicht verfüg-
bar).
● Die ASR (TCS) ist ausgeschaltet oder die ASR (TCS) bzw. das ESC (ESP)
greift regelnd ein. ACHTUNG
Beim Einparken mit dem Parklenkassistenten macht das Lenkrad selbst-
tätig schnelle Drehbewegungen. Wenn dabei in die Lenkradspeichen ge-
griffen wird, können Verletzungen die Folge sein. Hinweis
● Der Parklenkassistent hat systembedingte Grenzen. So ist z. B. das Ein-
parken in engen Kurven mit der Unterstützung des Parklenkassistenten
nicht möglich.
● Wenn der Parklenkassistent erkennt, dass nicht genügend Freiraum zum
Rangieren des Fahrzeugs zur Verfügung steht, kann die Parklücke dennoch
im Display des Kombiinstruments angezeigt werden. Es erfolgt dann keine
Aufforderung zum Einparken.
● Wenn beim Einparkvorgang die Wechsel zwischen Vorwärts- und Rück-
wärtsfahren zu früh vorgenommen werden, also bevor der Dauerton der
Parkdistanzkontrolle ertönt, wird das Einparkergebnis ggf. nicht optimal.
● Beim Einparken längs zur Fahrbahn ertönt ein Gong, um den Fahrer zum
Wechsel zwischen Vorwärts- und Rückwärtsfahren auffordern, weil der Rich-
tungswechsel nicht im Dauertonbereich der Parkdistanzkontrolle erfolgen
soll.
● Der Parklenkassistent kann auch nachträglich aktiviert werden, wenn
mit maximal 40 km/h an einer geeigneten Längsparklücke bzw. 20 km/h an
einer Querparklücke vorbeigefahren und anschließend die Taste ge-
drückt wird. Sicher ist sicher Bedienungshinweise Rat und Tat Technische Daten